Kunsthandwerk: Musikinstrumente für alle!


In meiner musiktherapeutischen Arbeit mit frühgeborenen Kindern fing alles an. Die Sitzungen waren häufig so gestaltet, dass die Frühchen während des sogenannten Känguruhens zu sanfter Musik oder leisem Summen entspannen konnten. Bei dieser Therapieform wird das Kind auf die nackte Brust der Mutter oder Vaters gelegt, wo es die Körperwärme genießen und den Herzschlag hören kann, der ihm schon aus dem Mutterleib vertraut ist.

 

Einmal habe ich eine kleine Kalimba mitgebracht. Die Kalimba stammt ursprünglich aus Afrika und wird auch Daumenklavier genannt: Man zupft mit den Daumen an Metallzungen und erzeugt sanfte Klänge, die das Holz vibrieren lassen. Ich habe die Kalimba also auf den Brustkorb der Mutter gelegt und angefangen zu spielen. Schon nach den ersten Tönen reagierte das Baby: Es öffnete seine kleinen Augen, streckte die Hand aus und berührte mit seinen Fingern das Holz. „Reiner Zufall“, dachte ich mir. Doch die folgenden Wochen sollten mich eines Besseren belehren. Jedes Mal, wenn ich die Töne der Kalimba erklingen ließ, suchte das Baby den Kontakt mit dem Instrument.

 

Nach dieser Erfahrung habe ich die Kalimba an die Hände oder Füße gelegt, um zu sehen, wie das Baby auf den direkten Kontakt reagiert. Allerdings war sie nicht optimal dafür geeignet: Die Form ließ sich nicht gut an den Körper des Babys schmiegen und bot keine große Kontakfläche. Ich suchte nach einem passenderen Modell, das es jedoch noch nicht gab. Also fing ich an, meine eigenen Kalimbas zu entwickeln. Dank der gewölbten Form kommt ein Großteil ihrer Fläche mit dem Körper in Berührung. Die weichen Töne produzieren sanfte Vibrationen im Holz – direkt spürbar für das Baby.

 

Meine ersten Instrumente habe ich Freunden zur Geburt ihrer Kinder geschenkt. Und das positive Feedback hat mich noch mehr ermutigt, den großen Schritt zu wagen: Ende 2015 habe ich mich entschieden, mein Atelier zu eröffnen und eigene Musikinstrumente zu bauen. Mein Ziel: Ich möchte Eltern und Kindern die Möglichkeit geben, die Freude an Musik für sich (wieder) zu entdecken!  Das ist auch ein Grund, warum die meisten meiner Instrumente pentatonisch gestimmt sind. Pentatonische Tonleitern bestehen aus fünf Tönen und sorgen dafür, dass immer eine angenehme Melodie dabei heraus kommt. Musikinstrumente für alle also – unabhängig von Vorkenntnissen. (Sollten sie dennoch andere Tonleitern bevorzugen, kontaktieren Sie mich gerne!)

 

Die Kalimbas sind der Anfang meines großen Abenteuers „Atelier Méli-Mélo“. Weitere Ideen warten geduldig darauf, das Tageslicht zu erblicken. Wenn Sie neugierig sind, besuchen Sie gerne regelmäßig meine Kreationenecke.